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Weinbergfahrt am 22.09.2019 - Wanderung durch 4 verschiedene Weinlagen
Bereits um 8:30 Uhr starteten 55 Wein- und Wanderfreunde mit dem Reisebus ins Fränkische Weinland an die Mainschleife bei Eisenheim.

Ein Großteil der gesamten Wanderfreunde startete in Escherndorf zur ersten Etappe. Wir streiften zunächst die Weinlage Escherndorfer Lump (diese zieht sich oberhalb von Escherndorf durch die Steilhänge bis zur Vogelsburg.)
Wir wanderten aber oberhalb von Escherndorf nach links in Richtung Untereisenheim durch die Weinlage Escherndorfer Fürstenberg.
Am Ende der Weinlage überquerten wir die Straße und erreichten den Escherndorfer Bahnhof! Wer ihn nicht kannte war überrascht aufgrund seiner Größe, die Haltestelle ist nicht viel größer als die von unserer Rhönbahn in Altenfeld und einige mussten ein wenig schmunzeln Smiley_Zwinkern. Kaum hatten wir die Gleise überquert erklang ein vertrautes Hubsignal - hatten wir Glück – tatsächlich fuhr in diesem Augenblick die Mainschleifenbahn in den Bahnhof ein und wir konnten einige Fotos schießen.
Ab dem Bahnhof stiegen wir in den Panoramaweg ein und gleich zu Beginn erwartete uns einer der schönsten Ausblicke auf die Mainschleife!
Der Weg führt uns von dort aus auf einem etwas steilen und ausgespülten Weg durch ein Waldstück hinab nach Untereisenheim. Die Wanderführer hatten vorher auf unbedingt notwendige Trittsicherheit hingewiesen, dennoch war es für einige eine große Herausforderung und hatten sich ein wenig überschätzt. Deshalb kostete der Weg doch einige Zeit mehr als geplant, ihn in der gesamten Gruppe zu gehen.
Der andere Teil der Gruppe bereitete zur gleichen Zeit ein schönes Winzerfrühstück in Untereisenheim direkt am Sportplatz neben dem Bus vor.
Insgesamt hatte die 1. Etappe eine Gehzeit von ca. 1,5 Std. anstatt der gedachten 1 Std. angedauert. Daher ließen sich alle das reichhaltige Winzerfrühstück mit frischem Bauernbrot, Bauern-, Leber- und Blutwurst, sowie einer großzügigem Käseauswahl und „Nutella to go“ für die Süßen unter den Teilnehmern und Obst schmecken. Der frisch gekühlte Frankenwein und Apfelsaft durften natürlich nicht fehlen.
Nach dieser Stärkung teilten wir die Gruppe wieder. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit wurde die Gruppe, die sich zu einer Weinverkostung im Höllenkeller angemeldet hatte direkt nach Obereisenheim mit dem Bus gefahren und von Jenny begleitet.
Im Weingut Schuler hat uns dann die Winzerfamilie in den Höllenkeller mitgenommen und erst nach einer 4-er Weinprobe aus den „Fängen des Obereisenheimer Teufel-Weins“ wieder ans Tageslicht gelassen.
Der andere Teil der Gruppe wanderte mit Stefan in der 2. Etappe durch die nächsten Weinlagen. (Weinlage Untereisenheimer Sonnenberg oberhalb von Untereisenheim - vom Sonnenberg ging es nahtlos in die Obereisenheimer Höll.)
Doch bevor es in die Weinberge ging erwartete uns an diesem Wochenende sowohl in Unter- als auch in Obereisenheim ein besonderes Highlight:
In beiden Ortschaften war an diesem Wochenende „Kulturherbst“.
In Obereisenheim:
Oldtimertreffen mit zahlreichen historischen Fahrzeugen, Mopeds, Motorrädern oder Schleppern und in
Untereisenheim mit dem Motto: „STEIN-REICH“
Scheunen, Höfe und Keller waren für Künstler, Kunstgewerbler und Handwerker geöffnet. An die 100 Aussteller verwandelten den Altort Untereisenheims in einen bunten Markt, wo Straßenmusik, Vorführungen, Verkostungen und Ausstellungen vielfältige Erlebnisse sich boten.
An der Mainschleife wird seit Jahrhunderten erfolgreich Weinanbau betrieben.
Muschelkalkböden gelten als besonders geeignet für Silvaner- und Riesling-Reben. Früher wurden Stollen in den Berg getrieben und Muschelkalk als Baumaterial und Werkstein abgebaut. Zahlreiche Gebäude, Mauern, insbesondere Scheunen sind noch aus Bruchstein errichtet.
Durch die Weinberge hatten wir eine herrliche Sicht auf den Main im Bereich Fahr und Eisenheim.
Alle Teilnehmer hatten das herrliche Spätsommerwetter in und um Obereisenheim genießen können.

Mit dem Bus ging es dann für alle von Obereisenheim nach Nordheim zum gemeinsamen Essen im „Weingasthof Markert“.

Auf der Heimfahrt durfte das „Kanonen-Singen“ mit Horst Günther auf keinen Fall fehlen und so griff Horst sehr gerne zum Mikro und dirigierte den gesamten Bus durch zahlreiche Kanons „Kanonen“ Smiley_Zwinkern .

Bei sehr guter Stimmung erreichten wir Gersfeld wieder um kurz vor 20 Uhr.

Die beiden Wanderführer Stefan und Jenny Hüttner haben sich sehr über die große Resonanz an Teilnehmern gefreut, so dass kurzfristig noch von einem 50-iger auf einen 55-iger Reisebus umgebucht werden konnte/musste. Danke an alle Teilnehmer für die gemeinsame Zeit bei diesem schönen Ausflug und die tolle Disziplin bei den Abfahrten.

Besonders gefreut hatten wir uns über die Teilnahme von der Rhönklub-Zweigvereinsvorsitzenden und Bürgermeisterin a.D. Margit Trittin und Bürgermeister Dr. Steffen Korell mit seiner Familie. Jüngste Teilnehmer waren in diesem Jahr Freya Korell (3 Jahre) und Fabian Hüttner (12 Jahre).
Auf der Heimfahrt hatten wir noch Schorsch und Käthe Hüttner für die damalige Initiierung der Wanderfahrt in die Weinberge mit einer Flasche Frankenwein ausgezeichnet. Die Weinbergfahrt wurde im Jahr 2019 bereits zum 20. Mal beim Zweigverein Gersfeld durchgeführt.
Teufelsgeschichte
Wie kommt es zu dem außergewöhnlichen Namen:
„Obereisenheimer Höll“?

Der Lagename geht auf eine Sage zurück: Um 1200, als Klosterherren aus Fulda hier Wein anbauten, soll im Weinkeller immer wieder ein unerklärlicher „Schwund“ in den gefüllten Weinfässern am nächsten Tag von einem Mönch als Kellermeister festgestellt worden sein. Da der Mönch keine Erklärung dafür fand, wollte er das nächtliche Geheimnis aufklären und ging deshalb zur nächtlichen Stunde in den Weinkeller. Dort fand er den Teufel weintrinkend auf eine Fass sitzen. Nachdem dieser den Mönch entdeckte, wollte er flüchten, wurde vom Mönch jedoch festgehalten - der Schwanz des Teufels wurde in der schweren Kellertür eingeklemmt. Der verzweifelte Teufel versprach alles für seine Freilassung, worauf der Mönch dann auch einging: „Gut, ich gebe dich frei, unter einer Bedingung: Du lässt von deiner höllischen Hitze jedes Jahr unseren Weinberg einen Teil zukommen, so dass die Trauben tüchtig kochen und braten und einen Tropfen geben, wie man ihn nirgends mehr findet.“

Der Teufel soll nach dieser Sage sein Wort gehalten haben, weil der Wein in Obereisenheim perfekte Bedingungen vorfindet.

Der Name könnte darüber hinaus auch auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass die körperliche Arbeit der Winzer im Weinberg in der prallen Sonne „höllisch“ heiß und entsprechend anstrengend war.


„Frisch auf!“
Eure Wanderführer Stefan und Jenny Hüttner mit Fabian

Text: Jenny Hüttner
Bilder: Georg Fischer

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